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vladi63
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Mit dem Tor Browser Bundle anonym surfen + Deepnet und Darknet Wegweiser und Infos

Darknet: Das Tor ins Deep Web - Wegweiser durch das Darknet!



Google & Co. kennen nur einen Teil des Internets. Die Datenbestände des Deep Web und Darknet bleiben im Verborgenen. Dabei dient das gewaltige Paralleluniversum nicht nur illegalen Zwecken.

Für beinahe jeden Internetsurfer sind Suchmaschinen wie Bing und Google das Tor ins Web: Was in den Ergebnislisten auftaucht, wird angeklickt. Meist auch nur die Links, die auf den ersten paar Seiten der Trefferliste zu finden sind. Aber selbst wenn sich der Informationssuchende die Mühe machen würde, sämtliche angezeigten Links anzuklicken, er sähe nur einen Teil dessen, was im Internet zu finden ist. Denn Google & Co. sind zwangsläufig nicht allwissend. Wer etwas im Web vor den Suchmaschinen verbergen möchte, kann das leicht tun.

Geheimbünde des Internet?
Diesen Umstand machen sich auch die Betreiber sogenannter Darknets zunutze. Die Idee hinter den Online-Darknets ähnelt dem Konzept der Geheimbünde und verborgenen Logen der realen Welt und hat erst einmal nichts mit illegalen Machenschaften zu tun: Nur wer mindestens einem Logenmitglied persönlich bekannt ist, wird zu den Treffen vorgelassen. Diese finden an mehr oder weniger öffentlich zugänglichen Orten statt, aber nur Eingeweihte wissen, was sich wann und wo abspielt. Aufs Internet übertragen heißt das: Darknets setzen auf die gleiche Technik wie alle anderen Internetdienste – Webseiten, E-Mail, Filesharing – und wären im Prinzip für jeden zugänglich. Vorausgesetzt, er verwendet die richtige Software und weiß, wonach und nach wem er suchen muss.

Entstanden sind Darknets, seitdem Strafverfolger weltweit Tauschbörsen unter die Lupe nehmen und die rührigsten Teilnehmer ju*ristisch verfolgen. Die Filesharer suchten nach Wegen, ihr Treiben unbehelligt fortzusetzen und konzipierten ein verstecktes Pendant zu den öffentlich zugänglichen Peer-to-Peer-(P2P-)Plattformen wie Napster, eDonkey oder BitTorrent. In P2P-Netzen kümmern sich meist zentrale Server darum, dass alle Nutzer MP3-Dateien, Videos oder Bilder austauschen können – freilich ohne sich dabei um Ur*heberrechte oder andere rechtliche Details zu scheren.

Tausch und Plausch unter Freunden

Anders als das Internet ist das Darknet nicht für jeden frei aufrufbar. Ziel seiner Macher war es, sich von Strafverfolgern abzuschotten. Die dafür erzeugte Anonymität zog allerdings nicht nur Unterdrückte in ihrem Kampf um Meinungsfreiheit an, sondern auch Nutzer pornographischer Inhalte und illegaler Angebote wie Raubkopien.



Die neu geschaffenen versteckten Netze innerhalb des Internets wurden in Anlehnung an P2P mit F2F abgekürzt: Friend to Friend. Anders als bei den bekannten P2P-Netzwerken gibt es keine Server, und die Teilnehmer können bei F2F-Dateien nicht mit beliebigen anderen F2F-Nutzern austauschen. Vielmehr muss jeder Nutzer die Internetadresse (IP-Adresse) seiner Freunde kennen und deren di*gitale Visitenkarte (Zertifikat) besitzen, um mit ihnen in Kontakt zu treten. Außenstehenden und vor allem Strafverfolgern soll es so unmöglich gemacht werden, sich in die Tauschgeschäfte einzuklinken.



Freenet
Eine der bekanntesten Anwendungen zum Aufbau von F2F-Netzen ist Freenet (nicht zu verwechseln mit dem hiesigen Internetprovider). Die Software nutzt zwar die vorhandene Internet-Infrastruktur wie Provider und deren herkömmliche Netzzugänge, kapselt sich aber, so gut es geht, vom herkömmlichen Web ab. Freenet kennt nicht nur den Austausch unter einzelnen Personen, also den lupenreinen Dark*net-Modus. Innerhalb des von Freenet gespannten Netzwerks finden sich darüber hinaus auch Webseiten (Freesites) im klassi*schen Sinn. Es existieren auch ein ebenfalls vom Web abgeschottetes E-Mail-System sowie Diskussionsforen.

Die Motivation der Macher von Freenet war es, ein Netz im Netz zu schaffen, in dem die Nutzer anonym bleiben, in dem nicht zensiert wird und das Meinungsfreiheit zulässt und fördert. Menschen sollten sich insbesondere in Ländern wie China frei austauschen können, ohne Repressalien durch den Staat befürchten zu müssen. Dies funktioniert nur im privaten Modus der Software, bei der die Nutzer gezielt miteinander in Kontakt treten. Sämtliche Kommu*nikation ist verschlüsselt und wandert auch nicht zwischen zwei Gesprächspartnern direkt hin und her. Vielmehr werden die Datenströme – ähnlich einem P2P-Netzwerk – durch die Rechner von anderen Freenet-Nutzern geschleust. Somit ist es für (staatliche) Lauscher extrem schwierig, die Kommunikation einzelner Anwender mitzulesen. Weniger privat als der Austausch in geheimen Zirkeln, aber für herkömmliche Suchmaschinen dennoch unsichtbar, sind die Freesites. Sie existieren nur innerhalb des Freenet-Verbundes und es gibt keine Querverbindung ins öffentliche WWW.

Breites Nutzerspektrum
Freenet hat sich im Lauf der Jahre weiterentwickelt und ist stark gewachsen. Es gibt inzwischen auch ein Verzeichnis von frei zugänglichen Freesites, Linkageddon genannt. Die Liste ist nicht durchsuchbar, Freenet-Nutzer müssen das unsortierte Angebot durch Scrollen sichten – und stoßen dabei von einem Extrem aufs nächste: In der Sammlung tauchen neben den unvermeidlichen Pornoange*boten auch Seiten auf, die Raubkopien anbieten. Gleich neben Servern, die Informationen zur Unterdrückung der Tibeter durch die chinesische Regierung liefern, finden sich von Wirrköpfen betriebene Seiten, die mit pseudowissenschaftlicher Präzision an der Auschwitz-Lüge feilen. Selbst das Einstellen offensichtlich krimineller Inhalte wie Kinderpornografie wird von den Freenet-Machern nicht geahndet. Scheinbar wird die Abwesenheit von Zensur ausgenutzt, um weitgehend unbehelligt illegalen Aktivitäten nachzugehen.

Deep Web: Größer als das WWW



Ebenfalls für Suchmaschinen und deren Nutzer unsichtbar, aber ganz anders organisiert als Darknets ist das Deep Web. Experten schätzen, dass es mehr als tausendmal so groß ist wie das her*kömmliche, „Surface Web“ genannte Internet.

Mit dem Deep Web sind einerseits die riesigen Datenbanken gemeint, deren Inhalt von den bekannten Suchmaschinen nicht verstanden wird: Erst wenn ein User eine spezielle Anfrage an die Datenbank schickt, produziert diese das gewünschte Ergebnis. Mit solchen dynamisch erzeugten Inhalten sind Bing, Google, Yahoo und andere Suchmaschinen überfordert. Andererseits gehören auch Server zum tiefen Web, die die Roboter der Suchmaschinenbetreiber gezielt aussperren. Entweder per Log-in oder durch spezielle Botschaften an die Webcrawler.

Viele legale Angebote nur im Deep Web abrufbar
Jeder Betreiber einer Website kann bestimmen, ob und wenn ja, welche Teile seines Angebots im Index von Google & Co. landen dürfen. Lässt ein Seitenbetreiber keine Webcrawler zu, taucht sein Angebot selbst dann nicht in den Trefferlisten auf, wenn von Zehntausenden bereits im Suchmaschinenkatalog erfassten Sites auf seinen Onlinedienst verlinkt wird – unter normalen Umständen ein Garant für eine Platzierung ganz weit vorn in den Suchergebnissen. Die Googles dieser Welt sind also auf einem Auge blind und zeigen ihren Nutzern nur einen Ausschnitt dessen, was sich im Web tummelt.

Beispiele fürs Deep Web sind die Kataloge von Bibliotheken. Zwar sind diese Listen der Buch- und Zeitschriftenbestände meist auf herkömmlichen Webservern gespeichert. Zugriff ist aber nur nach einem Log-in erlaubt – über den die Suchmaschinen natürlich nicht verfügen. Sie können also nur von außen auf die verschlossene Tür blicken und müssen unverrichteter Dinge weiterziehen. Dasselbe gilt für Datensammlungen mit Fluginformationen, medizinische Fachinfor*mationen, Produktdatenbanken und vieles mehr. Zwar löste Google durch den Kauf von ITA Software zumindest das Problem der Fluginformationen – amerikanische Google-Nutzer können dank ITA heute schon Suchanfragen eingeben wie „Was ist der günstigste Flug von New York nach Las Vegas“. Doch damit taucht man längst nicht richtig ins Deep Web ein. Die Tiefen des Deep Web zugänglich zu machen, versprechen Suchmaschinen wie BrightPlanet – gegen Bezahlung.

Onion Routing
Mit einem Browser im Urzustand kommen ihr nicht ins Darknet, ihr braucht ein Add-on des Anonymisierungsdienstes Tor – das installieren ihr in Firefox im Handumdrehen. Tor unterstützt das sogenannte Onion Routing, eine recht komplizierte Anonymisierungstechnik, die Daten über eine Reihe ständig wechselnder verschlüsselter Proxyserver transportiert. Dieses System wird auch im Darknet genutzt.

So weit ist das leicht zu ver*stehen, nun wird es allerdings kompliziert: Im Darknet gibt es keine URLs im herkömmlichen Sinn. Die Webseiten erreichen Ihr über kryptische Buchstaben-Zahlen-Kombinationen, gefolgt von ».onion«. Diese Adressen wechseln oft, sodass sie ständig neu recherchiert werden
muß!!!

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